Tier des Jahres 2025: Der Schneehase
Der Alpenschneehase wurde von der Deutschen Wildtier Stiftung zum Tier des Jahres 2025 gewählt, um auf seine Seltenheit und die durch den Klimawandel steigenden Gefährdungen aufmerksam zu machen.
Überlebenskünstler zwischen Eiszeit und Klimawandel
Das heutige Verbreitungsgebiet des Schneehasen reicht von Skandinavien über das Baltikum bis in große Teile der sibirischen Taiga und Tundra bis an die Pazifikküste. Sein kleines, inselartiges Vorkommen in den europäischen Alpen oberhalb von 1300 m ü. NN hat seinen Ursprung in der letzten Eiszeit. Durch die großflächige Vereisung musste sich der Schneehase bis in das nördliche Mittelmeergebiet zurückziehen und konnte später nicht alle ursprünglichen Lebensräume erneut besiedeln.
Der Schneehasen zeigt einen ausgeprägten saisonalen Fellwechsel: Im Sommer trägt er ein braunes, im Winter ein weißes Fell. Dieser Wechsel entsteht durch ein enges Zusammenspiel äußerer Faktoren und genetischer Steuerung, wobei die Tageslichtdauer der wichtigste Auslöser ist. Passt der Fellwechsel zeitlich nicht zum ersten Schneefall, wird der Schneehase leicht zur Beute von Adlern und Füchsen. Besonders benachteiligt sind Tiere, deren Fellwechsel zu früh oder zu spät erfolgt. Durch den Klimawandel gerät dieses Gleichgewicht zunehmend aus dem Lot. Der Schneehase muss in höhere Lagen ausweichen – doch irgendwann ist der Berg zu Ende. Ein Fellwechsel dauert etwa zwei Wochen.
Lebensraum und Lebensweise eines scheuen Bergbewohners
Der Schneehase ist der kleinere Verwandte des im Flachland lebenden Feldhasen. Er besitzt kürzere Ohren, zudem kürzere und dichter behaarte Gliedmaßen. Bevorzugte Lebensräume sind lichte Wälder mit ausgeprägter Strauchvegetation, Zwergstrauchheiden und Moore. Zur Nahrung zählen Gehölzknospen, Rinde von Laubbäumen und verschiedene Kräuter.
Die Geschlechtsreife tritt im zweiten Lebensjahr ein. In nahrungsreichen Gebieten können zwei Würfe mit bis zu drei Jungen auftreten; in ärmeren Biotopen sind Wurfzahl und Wurfgröße geringer. Die Jungen kommen voll entwickelt zur Welt, werden etwa sechs Wochen gesäugt und nehmen früh feste Nahrung auf. Aufgrund der oft widrigen Umweltbedingungen sind die Verluste an Jungtieren in manchen Jahren hoch.
Eine erhebliche Gefährdung geht vom intensiven Wintersport im Alpenraum aus. Denn mit jeder Störung verbrauchen die Tiere unnötig Energie. Vor allem Personen, die sich abseits der freigegebenen Pisten bewegen, vertreiben Hirsche, Gemsen, Steinböcke und Schneehase aus ihren Tagesverstecken. Die Ausweisung von Wildschutzgebieten gekoppelt mit einem Betretungsverbot wäre notwendig und sinnvoll.
Rätselhafte Bestände und neue Herausforderungen
Obwohl der Schneehase ein großes Verbreitungsgebiet besitzt, gibt es viele Wissenslücken. Fragen zur Populationsdichte und -dynamik sind weitgehend ungeklärt, da er ein Meister der Tarnung und zudem nachtaktiv ist. Diese unzureichende Datenlage erschwert gezielte Schutzmaßnahmen.
Ein weiteres Problem ist das Eindringen des Feldhasen in Lebensräume des Schneehasen. In jüngster Zeit werden immer häufiger fertile Hybriden zwischen beiden Arten beobachtet. Eine kleine Restpopulation des Schneehasen existierte nach der letzten Eiszeit noch im Hochschwarzwald, ist jedoch bereits in historischen Zeiten erloschen.
Die Vorstandschaft
Termine
17.10.2025, 19:00 Uhr
Herbstversammlung
Vereinsheim, ORNIKA-Halle
25.10.2025, 9:00 Uhr
Gemarkungsputzete
Treffpunkt: ORNIKA-Halle
Kontakt
Verein der Vogel- u. Naturfreunde
Bad Mingolsheim e.V.
1. Vorstand Bertold Stahl
Ewald-Renz-Str. 17
76669 Bad Schönborn