Vogelkundliche Wanderung an Himmelfahrt
Am Donnerstag, den 14. Mai 2026 laden die Vogel- und Naturfreunde zur traditionellen vogelkundlichen Morgenwanderung an Christi Himmelfahrt ein. Die diesjährige Wanderung wird nicht durch die Streuobstwiesen Bad Schönborns führen, sondern in eines der bedeutendsten Feuchtgebiete Baden-Württembergs: Das Naturschutzgebiet Wagbachniederung bei Waghäusel. Laut Schutzgebietsverordnung handelt es sich um eine „Wasservogel-Lebensstätte von internationalem Rang“ – ein Besuch lohnt sich also allemal.
Die Gewässer des Schutzgebietes sind zum Teil durch den Kiesabbau entstanden, während andere als Klärteiche der ehemaligen Zuckerfabrik angelegt wurden. Für viele Wasservogelarten stellt dieser Komplex unterschiedlichster Gewässertypen den einzig verbliebenen Lebensraum in ganz Nordbaden dar. Insbesondere die größten Schliffflächen im nördlichen Baden-Württemberg bieten vielen Vogelarten Brutmöglichkeiten, die ihnen andernorts schon lange genommen wurden. Nur beispielhaft seien Blaukehlchen, Schwarzhalstaucher, Purpurreiher, Drosselrohrsänger und Bartmeise genannt. Mit etwas Glück lassen sich hier alle heimischen Entenarten beobachten. Darüber hinaus unterbrechen viele Wasservögel aus Nord- und Osteuropa ihre kräftezehrende Reise, um auf den Wasserflächen der Wagbachniederung zu rasten und Nahrung aufzunehmen. Einige hochnordische Brutvögel kann man auch noch im Mai während ihres Heimzuges dort beobachten.
Haben wir Ihr Interesse geweckt, so kommen Sie doch einfach mit auf diese Wanderung. Treffpunkt ist gegen 7.00 Uhr am Marktplatz in Mingolsheim. Es besteht Mitfahrgelegenheit, da wir Fahrgemeinschaften bilden. Festes Schuhwerk und ein Fernglas sind empfehlenswert.
Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!
Die Vorstandschaft
Die Zitterpappel – Baum des Jahres 2026
Zum Baum des Jahres 2026 wurde die Zitterpappel von der Dr. Silvius Wodarz Stiftung gewählt. Sie ist eine lichtliebende Pionierbaumart, die vor allem auf sommerwarmen, schluffreichen Rohböden wächst, wie sie nach Überschwemmungen in Auwäldern entstehen. Ihr Verbreitungsgebiet reicht von den Tallagen bis in montane Regionen und erstreckt sich von Westeuropa bis weit nach Ostasien. In den meisten Ländern Europas ist die Zitterpappel – auch Espe genannt – weitverbreitet, im Mittelmeerraum kommt sie aber nur in feuchteren Gebirgsregionen vor.
Merkmale und Wachstum
Zitterpappeln zeichnen sich durch ein rasches Jugendwachstum aus und erreichen Höhen von bis zu 30 Metern. Ihre Rinde ist zunächst glatt und gelblich-braun, wird jedoch im Alter zunehmend rissig. Junge Triebe und Blätter sind anfangs fein behaart, verlieren diese Behaarung jedoch im Laufe der Vegetationsperiode. Die rundlichen bis herzförmigen Blätter werden etwa 10 Zentimeter groß, sind am Rand stumpf gezähnt, oberseits glänzend dunkelgrün und auf der Unterseite heller. Der seitlich abgeflachte Blattstiel misst etwa 4 bis 6 Zentimeter und sorgt dafür, dass sich die Blätter schon bei leichtem Wind bewegen – daher der Name „Zitterpappel“.
Fortpflanzung und Besonderheiten
Ab einem Alter von etwa 25 Jahren bildet die Zitterpappel vor dem Laubaustrieb ihre Blütenkätzchen aus. Da die Art zweihäusig ist, entwickeln sich männliche und weibliche Blüten auf getrennten Bäumen. Die bis zu 10 Zentimeter langen Kätzchen tragen zahlreiche kleine Blüten, deren Pollen durch den Wind verbreitet wird. Nach der Befruchtung reifen die Früchte heran: Der zweifächrige Fruchtknoten öffnet sich und entlässt viele kleine Samen, die mit einem watteartigen Haarschopf ausgestattet sind. Auf diese Weise können sie vom Wind über weite Strecken verbreitet werden. Zusätzlich bildet die Zitterpappel durch Wurzelausläufer dichte Bestände. Ein besonders eindrucksvolles Beispiel für diese Form der Vermehrung findet sich in Nordamerika: „Pando“, ein riesiger Bestand aus genetisch identischen Pappeln, gilt als einer der größten und vermutlich auch ältesten Organismen der Welt. Allerdings handelt es sich dabei nicht um die europäische Zitterpappel, sondern um eine nahe verwandte nordamerikanische Art.
Nutzung und ökologische Bedeutung
Nicht selten entstehen natürliche Kreuzungen mit anderen Pappelarten. Aufgrund ihres schnellen Wachstums sind solche Hybriden für die Forstwirtschaft von Interesse. Darüber hinaus wird die Zitterpappel wegen ihrer leuchtend goldgelben Herbstfärbung gerne in Parks und öffentlichen Grünanlagen gepflanzt. Ökologisch ist sie ebenfalls bedeutsam: Die Blätter dienen den Raupen von über 60 Schmetterlingsarten als Nahrung. Ihr Holz wird vor allem in der Papier- und Spanplattenindustrie verwendet.
Vorkommen bei uns
In Baden-Württemberg ist die Zitterpappel aufgrund ihrer hohen Ausbreitungsfähigkeit und als häufig gepflanzte Pionierbaumart in nahezu allen Naturräumen vertreten – vom Flachland bis in Höhenlagen um 2000 Meter. Ihr Bestand gilt daher als nicht gefährdet. Auch in Bad Schönborn kommt sie vor, insbesondere entlang von Gräben und Bächen zwischen Wiesen und Feldern sowie an Waldrändern.
Die Vorstandschaft
Gemarkungsputzete: Viel Müll gesammelt
Die Vogel- und Naturfreunde haben bisher bei jeder Gemarkungsputzete mitgemacht, so auch in diesem Jahr. Bei recht durchwachsenem Wetter hat sich eine motivierte Gruppe von Aktiven an der ORNIKA-Halle eingefunden. Von dort aus sammelten wir am südlichen Ortsrand von Mingolsheim.
Obwohl wir in diesem Gebiet regelmäßig Unrat entfernen, war die Ausbeute wieder beträchtlich. Allein zwei Mörtelkübel voll Glasflaschen und mehrere Säcke Restmüll sind schon erwähnenswert. Die kritischsten Funde waren aber sicherlich eine Tüte mit Batterien und ein nicht ganz leerer Behälter mit Fahrzeugöl. Am Ende kam einiges zusammen – ein gut gefüllter Autoanhänger mit Abfall, der nun ordnungsgemäß entsorgt wird.
Vielen Dank an alle, die dabei waren!
Die Vorstandschaft
Termine
14.05.2026, 7:00 Uhr
Vogelkundliche Wanderung
Treffpunkt: Marktplatz
Mai 2026 - Datum noch offen
Jahreshauptversammlung
Vereinsheim, ORNIKA-Halle
Kontakt
Verein der Vogel- u. Naturfreunde
Bad Mingolsheim e.V.
1. Vorstand Bertold Stahl
Ewald-Renz-Str. 17
76669 Bad Schönborn