Auf Entdeckungstour durch die faszinierende Tierwelt
Bereits seit vielen Jahren ist der Beitrag der Vogel- und Naturfreunde ein fester Bestandteil des Ferienprogramms der Gemeinde – und erfreut sich bei den Kindern immer wieder großer Beliebtheit. Auch in diesem Jahr machten sich 20 junge Tierfreunde im Alter von 8 bis 14 Jahren sowie interessierte Eltern mit jüngerem Nachwuchs auf den Weg, um gemeinsam einen spannenden Nachmittag lang die faszinierende Welt der Tiere zu entdecken.
Zum Auftakt stellte Herbert Geitner anhand zahlreicher Bilder die heimische Vogelwelt vor. Dabei gab es nicht nur viel Wissenswertes über unsere gefiederten Nachbarn zu erfahren – einige der vermittelten Informationen sollten später am Nachmittag noch eine wichtige Rolle spielen.
Anschließend ging es zum Bundesverband für fachgerechten Natur- und Artenschutz (BNA), der in Hambrücken ein Schulungszentrum betreibt und dort zahlreiche Tiere aus ganz unterschiedlichen Bereichen des Tierreichs pflegt. Im Schulungszentrum werden unter anderem künftige Fachkräfte für den Zoofachhandel ausgebildet. Gleichzeitig besuchen regelmäßig Schulklassen aus der Region die Einrichtung.
Ein Biologe des BNA führte die Gruppe zunächst entlang der Außengehege. Dort konnten unter anderem Meerschweinchen, Hühner und Schildkröten beobachtet werden. Danach ging es weiter zu den exotischen Vögeln. Besonders die farbenprächtigen Zebrafinken und Kanarienvögel zogen die Blicke auf sich. Anschließend standen verschiedene Nagetiere wie Degus und Streifengrasmäuse auf dem Programm. Ein besonderes Highlight für die Kinder war die Nachtabteilung. Dort konnten sie unter anderem australische Sugar Glider beobachten.
Zum Abschluss führte der Rundgang durch die Terrarien- und Aquarienabteilung. Hier wartete eine beeindruckende Vielfalt an Reptilien, Amphibien, Fischen und Wirbellosen. Kein Wunder also, dass sich die Gruppe hier besonders lange aufhielt und immer wieder neue Tiere entdeckte: anmutige Kampffische, Welse in unterschiedlichsten Farben, Gelbgebänderte Pfeilgiftfrösche, Korallenfinger-Laubfrösche, Bartagamen, Zebraskinke, Samtschrecken und Smaragd-Langschwanzeidechsen.
Für besondere Begeisterung sorgte die Fütterung des jungen Blauen Baumwarans. Mit beeindruckender Geschwindigkeit und tollkühnen Klettermanövern jagte er den angebotenen Futterinsekten hinterher. Auch die Fütterung der Clownfische war spannend anzusehen. Ein ganz besonderes Erlebnis war jedoch, einen Königspython aus nächster Nähe betrachten und sogar anfassen zu dürfen.
Zum Schluss wurde noch eine große Boa aus ihrem Gehege geholt. Sie befand sich offenbar gerade in der Häutung, weshalb ihre Augen auffällig blau wirkten. Auch die Augen der Schlange sind von einer Hautschicht bedeckt, die sich regelmäßig erneuert. Während dieser Zeit kann die Boa daher nur eingeschränkt sehen. Umso wichtiger ist für sie ihr ausgezeichneter Geruchssinn, mit dem sie mithilfe ihrer Zunge ihre Umgebung wahrnimmt.
Leider verging die Zeit viel zu schnell, sodass für einen Besuch bei den Spinnen keine Zeit mehr blieb.
Zurück an der ORNIKA-Halle hieß es zunächst: stärken für das anschließende Quiz! Dabei waren nicht nur Kenntnisse über die heimische und weltweite Vogelwelt gefragt – auch einige Spaßfragen sorgten für gute Stimmung. Die Gewinnergruppe durfte sich schließlich über einen Buchpreis freuen.
Danach wartete noch ein ganz besonderer Besuch auf die Kinder: Anke Lenzner brachte zwei ihrer Schützlinge mit – einen Stieglitz und eine Mehlschwalbe. Beide waren gerade einmal 8 bis 10 Tage alt.
Anke berichtete von ihrer Arbeit in „Piepmatzhausen“. Dort werden verletzte Vögel und hilflose Vogelküken aufgenommen, liebevoll aufgepäppelt und großgezogen, bis sie wieder selbstständig in die Natur zurückkehren können. Dabei erklärte sie den Kindern auch, was im Falle eines gefundenen Vogels wichtig ist.
Ein Fundvogel sollte vorsichtig in einem Karton mit Luftlöchern gesichert werden. Im Karton wird aus einem Tuch ein kleines Nest geformt, in das der Vogel gesetzt werden kann. Anschließend sollte schnellstmöglich Kontakt zu einer geeigneten Pflegestelle für Wildvögel aufgenommen werden.
Und eine Regel ist besonders wichtig: Einem gefundenen Vogel niemals Wasser einflößen! Die Atemöffnung der Vögel liegt direkt hinter der Zunge. Beim Einflößen von Wasser besteht deshalb die Gefahr, dass Flüssigkeit in die Atemwege gelangt. Jungvögel erhalten die benötigte Flüssigkeit in der Regel über ihre Nahrung, beispielsweise über Insekten.
Dass dies auch bei Wiedehopfen eine wichtige Rolle spielt, konnten die Kinder ebenfalls erfahren – auch diese außergewöhnlichen Vögel waren vor Ort zu bestaunen.
Die Versorgung der kleinen Vogelkinder ist dabei echte Schwerstarbeit: Noch nackte Küken ohne Federn werden von Anke von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang etwa alle halbe Stunde gefüttert. Sobald sie Federn bekommen haben, reicht eine Fütterung alle ein bis zwei Stunden. Die Kinder durften schließlich sogar bei der Fütterung der beiden kleinen Küken zuschauen – ein besonderer Abschluss für einen erlebnisreichen Nachmittag rund um die faszinierende Welt der Tiere.
Die Vorstandschaft
Natternkopf – Wildpflanze des Jahres 2026
Bioland und NaturGarten e.V. haben den Natternkopf zur Wildpflanze des Jahres 2026 gewählt. Die mehrjährige Pflanzenart überwintert als bodennahe Blattrosette und verfügt über eine effiziente Pfahlwurzel. Dadurch ist sie gut an magere und sommertrockene Standorte angepasst, an denen sie häufig größere Bestände bildet. Typische Wuchsorte sind vollsonnige Stellen an Straßenböschungen, Dämmen, Kiesgruben und Steinbrüchen.
Aussehen
Die bodennahen Rosettenblätter sind wechselständig angeordnet, nur kurz gestielt und werden bis zu 10 cm lang. Ihre steifen Borsten dienen als Fraßschutz. Die Tragblätter sitzen am verzweigten Blütenstand ebenfalls nur kurz gestielt.
Die Blütezeit beginnt im Mai und reicht bis in den September. Die Blüten stehen in zweireihigen, zylindrischen Wickeln um eine zentrale Achse. Zunächst sind sie für wenige Tage rosa gefärbt, anschließend nehmen sie ihre charakteristische dunkelblaue Farbe an. Der fünfzählige Blütenkelch ist 5–7 mm hoch und fein behaart. Die ebenfalls fünfzähligen Blütenkronblätter sind eiförmig-länglich, etwa 20 mm lang und an der Basis röhrenförmig miteinander verwachsen. Die fünf Staubblätter sowie der Griffel ragen etwa 10 mm über die Blütenkrone hinaus.
Ökologie
Die Blüten produzieren reichlich Nektar und werden deshalb von zahlreichen Insekten besucht, darunter verschiedene Schmetterlingsarten, Hautflügler, Hummeln und weitere Wildbienen. Für diese Arten stellt der Natternkopf eine sehr wertvolle Nahrungsquelle dar. Sie können gefördert werden, wenn die Natternkopfbestände erst nach der Blüte gemäht werden.
Der Natternkopf wächst von Mai bis in den Herbst und erreicht gegen Ende der Vegetationsperiode eine Höhe von etwa einem Meter.
Verbreitung
Ursprünglich war die Art von Europa bis nach Südwestasien verbreitet. Mit europäischen Auswanderern gelangte sie jedoch an zahlreiche Standorte in der Neuen Welt.
In Baden-Württemberg ist der Natternkopf von der Ebene bis in die Mittelgebirge weit verbreitet. Er besiedelt bevorzugt vom Menschen geschaffene Sekundärstandorte wie Straßenböschungen, Erddeponien, Sandgruben, Abraumhalden und Steinbrüche. Aufgrund seiner weiten Verbreitung und seiner Anpassungsfähigkeit gilt die Art derzeit nicht als gefährdet. In Bad Schönborn ist der Natternkopf vor allem an Straßenböschungen zu finden.
Da diese Pflanze durchaus einen Zierwert hat und sehr anspruchslos ist, wäre eine weitere Verbreitung in Gärten wünschenswert. In gut sortierten Staudengärtnereien kann man den heimischen Natternkopf finden. Oder man sammelt im Spätsommer Samen von Wildpflanzen und bringt diese im Garten aus.
Die Vorstandschaft
Feldrittersporn – Blume des Jahres 2026
Die Loki-Schmidt-Stiftung hat den Feldrittersporn (Consolida regalis) zur Blume des Jahres 2026 gekürt. Damit soll auf den dramatischen Artenschwund in den Agrarlandschaften aufmerksam gemacht werden. Durch den Schutz einer extensiv genutzten und daher artenreichen Kulturlandschaft kann dem entgegen gewirkt werden.
Lebensraum und Verbreitung
Der Feldrittersporn – auch Ackerrittersporn genannt – gehört zur Ackerbegleitflora und war ursprünglich in Mitteleuropa nicht heimisch. Die Art gelangte bereits in vorgeschichtlicher Zeit mit Ackerbau betreibenden Volksgruppen aus dem sogenannten Fruchtbaren Halbmond – den Regionen der heutigen Türkei, des Irak, Iran und Afghanistan – nach Europa. Im Zuge dieser über mehrere Jahrtausende andauernden Einwanderung verbreitete sich der Feldrittersporn in weiten Teilen des Kontinents. Heute wächst er vor allem auf warmen Löss- und Lehmböden sowie auf nährstoffreichen Kalkverwitterungsböden. Mit europäischen Auswanderern gelangte die Art später auch in andere Erdteile und ist inzwischen weltweit verbreitet.
Merkmale, Fortpflanzung und Besonderheiten
Der Feldrittersporn ist eine einjährige Pflanze aus der Familie der Hahnenfußgewächse und wird bis zu 50 Zentimeter hoch. Seine fein zerteilten, fächerartig angeordneten Blätter verleihen ihm ein filigranes Aussehen. Besonders auffällig sind die leuchtend blauen Blüten, die locker entlang des Stängels angeordnet sind. Die Blütezeit erstreckt sich von Mai bis August mit Schwerpunkt im Juni und Juli. Ihren Namen verdankt die Pflanze dem langen, nach hinten gerichteten Sporn jeder Blüte. In diesem Sporn verbirgt sich der Nektar, den vor allem Hummeln und andere langrüsselige Insekten erreichen können. So sorgt der Feldrittersporn auf raffinierte Weise dafür, dass seine Blüten zuverlässig bestäubt werden.
Nach der Blüte entwickeln sich kleine Früchte, die zahlreiche schwarze Samen enthalten. Diese dienen der Vermehrung der Pflanze, enthalten jedoch giftige Inhaltsstoffe. Deshalb werden sie heute bei der Saatgutaufbereitung sorgfältig entfernt, damit sie nicht mit dem Getreide geerntet oder ausgesät werden.
Vorkommen bei uns
In Baden-Württemberg kommt der Feldrittersporn vor allem auf warmen Löss- und Lehmböden sowie auf nährstoffreichen Kalkverwitterungsböden vor. Er wächst außerdem in Weinbergen und an Feldrändern von der Oberrheinebene bis in Höhen von etwa 750 Metern über dem Meeresspiegel. Im Schwarzwald, auf der Schwäbischen Alb und im Alpenvorland fehlt die Art weitgehend. Als Ersatzlebensräume dienen Ödlandflächen und Erddeponien. Verbreitungsschwerpunkte liegen im gesamten Neckartal sowie in den Tallagen der angrenzenden Flusssysteme.
Der starke Rückgang des Feldrittersporns ist vor allem auf die moderne Saatgutreinigung, den Einsatz von Herbiziden sowie die hohen Bestandsdichten im Getreideanbaus zurückzuführen. Die Art gilt in Baden-Württemberg als gefährdet.
Wer den Feldritterpsorn in Bad Schönborn entdeckt, kann uns gerne eine Mail an ornika@gmx.de senden.
Die Vorstandschaft
Gemarkungsputzete: Viel Müll gesammelt
Die Vogel- und Naturfreunde haben bisher bei jeder Gemarkungsputzete mitgemacht, so auch in diesem Jahr. Bei recht durchwachsenem Wetter hat sich eine motivierte Gruppe von Aktiven an der ORNIKA-Halle eingefunden. Von dort aus sammelten wir am südlichen Ortsrand von Mingolsheim.
Obwohl wir in diesem Gebiet regelmäßig Unrat entfernen, war die Ausbeute wieder beträchtlich. Allein zwei Mörtelkübel voll Glasflaschen und mehrere Säcke Restmüll sind schon erwähnenswert. Die kritischsten Funde waren aber sicherlich eine Tüte mit Batterien und ein nicht ganz leerer Behälter mit Fahrzeugöl. Am Ende kam einiges zusammen – ein gut gefüllter Autoanhänger mit Abfall, der nun ordnungsgemäß entsorgt wird.
Vielen Dank an alle, die dabei waren!
Die Vorstandschaft
Termine
25.07.2026, 9:00 Uhr
Arbeitseinsatz
Vereinsgelände, ORNIKA-Halle
01.08.2026, 19:00 Uhr
Grillabend der Aktiven
Vereinsgelände, ORNIKA-Halle
07.08.2026, 19:00 Uhr
IDEENwerkstatt
Vereinsheim, ORNIKA-Halle
25.09.2026, 19:00 Uhr
Mitgliederversammlung
Vereinsheim, ORNIKA-Halle
Kontakt
Verein der Vogel- u. Naturfreunde
Bad Mingolsheim e.V.
1. Vorstand Bertold Stahl
Ewald-Renz-Str. 17
76669 Bad Schönborn