Feldrittersporn – Blume des Jahres 2026
Die Loki-Schmidt-Stiftung hat den Feldrittersporn (Consolida regalis) zur Blume des Jahres 2026 gekürt. Damit soll auf den dramatischen Artenschwund in den Agrarlandschaften aufmerksam gemacht werden. Durch den Schutz einer extensiv genutzten und daher artenreichen Kulturlandschaft kann dem entgegen gewirkt werden.
Lebensraum und Verbreitung
Der Feldrittersporn – auch Ackerrittersporn genannt – gehört zur Ackerbegleitflora und war ursprünglich in Mitteleuropa nicht heimisch. Die Art gelangte bereits in vorgeschichtlicher Zeit mit Ackerbau betreibenden Volksgruppen aus dem sogenannten Fruchtbaren Halbmond – den Regionen der heutigen Türkei, des Irak, Iran und Afghanistan – nach Europa. Im Zuge dieser über mehrere Jahrtausende andauernden Einwanderung verbreitete sich der Feldrittersporn in weiten Teilen des Kontinents. Heute wächst er vor allem auf warmen Löss- und Lehmböden sowie auf nährstoffreichen Kalkverwitterungsböden. Mit europäischen Auswanderern gelangte die Art später auch in andere Erdteile und ist inzwischen weltweit verbreitet.
Merkmale, Fortpflanzung und Besonderheiten
Der Feldrittersporn ist eine einjährige Pflanze aus der Familie der Hahnenfußgewächse und wird bis zu 50 Zentimeter hoch. Seine fein zerteilten, fächerartig angeordneten Blätter verleihen ihm ein filigranes Aussehen. Besonders auffällig sind die leuchtend blauen Blüten, die locker entlang des Stängels angeordnet sind. Die Blütezeit erstreckt sich von Mai bis August mit Schwerpunkt im Juni und Juli. Ihren Namen verdankt die Pflanze dem langen, nach hinten gerichteten Sporn jeder Blüte. In diesem Sporn verbirgt sich der Nektar, den vor allem Hummeln und andere langrüsselige Insekten erreichen können. So sorgt der Feldrittersporn auf raffinierte Weise dafür, dass seine Blüten zuverlässig bestäubt werden.
Nach der Blüte entwickeln sich kleine Früchte, die zahlreiche schwarze Samen enthalten. Diese dienen der Vermehrung der Pflanze, enthalten jedoch giftige Inhaltsstoffe. Deshalb werden sie heute bei der Saatgutaufbereitung sorgfältig entfernt, damit sie nicht mit dem Getreide geerntet oder ausgesät werden.
Vorkommen bei uns
In Baden-Württemberg kommt der Feldrittersporn vor allem auf warmen Löss- und Lehmböden sowie auf nährstoffreichen Kalkverwitterungsböden vor. Er wächst außerdem in Weinbergen und an Feldrändern von der Oberrheinebene bis in Höhen von etwa 750 Metern über dem Meeresspiegel. Im Schwarzwald, auf der Schwäbischen Alb und im Alpenvorland fehlt die Art weitgehend. Als Ersatzlebensräume dienen Ödlandflächen und Erddeponien. Verbreitungsschwerpunkte liegen im gesamten Neckartal sowie in den Tallagen der angrenzenden Flusssysteme.
Der starke Rückgang des Feldrittersporns ist vor allem auf die moderne Saatgutreinigung, den Einsatz von Herbiziden sowie die hohen Bestandsdichten im Getreideanbaus zurückzuführen. Die Art gilt in Baden-Württemberg als gefährdet.
Wer den Feldritterpsorn in Bad Schönborn entdeckt, kann uns gerne eine Mail an ornika@gmx.de senden.
Die Vorstandschaft
Zitterpappel – Baum des Jahres 2026
Zum Baum des Jahres 2026 wurde die Zitterpappel von der Dr. Silvius Wodarz Stiftung gewählt. Sie ist eine lichtliebende Pionierbaumart, die vor allem auf sommerwarmen, schluffreichen Rohböden wächst, wie sie nach Überschwemmungen in Auwäldern entstehen. Ihr Verbreitungsgebiet reicht von den Tallagen bis in montane Regionen und erstreckt sich von Westeuropa bis weit nach Ostasien. In den meisten Ländern Europas ist die Zitterpappel – auch Espe genannt – weitverbreitet, im Mittelmeerraum kommt sie aber nur in feuchteren Gebirgsregionen vor.
Merkmale und Wachstum
Zitterpappeln zeichnen sich durch ein rasches Jugendwachstum aus und erreichen Höhen von bis zu 30 Metern. Ihre Rinde ist zunächst glatt und gelblich-braun, wird jedoch im Alter zunehmend rissig. Junge Triebe und Blätter sind anfangs fein behaart, verlieren diese Behaarung jedoch im Laufe der Vegetationsperiode. Die rundlichen bis herzförmigen Blätter werden etwa 10 Zentimeter groß, sind am Rand stumpf gezähnt, oberseits glänzend dunkelgrün und auf der Unterseite heller. Der seitlich abgeflachte Blattstiel misst etwa 4 bis 6 Zentimeter und sorgt dafür, dass sich die Blätter schon bei leichtem Wind bewegen – daher der Name „Zitterpappel“.
Fortpflanzung und Besonderheiten
Ab einem Alter von etwa 25 Jahren bildet die Zitterpappel vor dem Laubaustrieb ihre Blütenkätzchen aus. Da die Art zweihäusig ist, entwickeln sich männliche und weibliche Blüten auf getrennten Bäumen. Die bis zu 10 Zentimeter langen Kätzchen tragen zahlreiche kleine Blüten, deren Pollen durch den Wind verbreitet wird. Nach der Befruchtung reifen die Früchte heran: Der zweifächrige Fruchtknoten öffnet sich und entlässt viele kleine Samen, die mit einem watteartigen Haarschopf ausgestattet sind. Auf diese Weise können sie vom Wind über weite Strecken verbreitet werden. Zusätzlich bildet die Zitterpappel durch Wurzelausläufer dichte Bestände. Ein besonders eindrucksvolles Beispiel für diese Form der Vermehrung findet sich in Nordamerika: „Pando“, ein riesiger Bestand aus genetisch identischen Pappeln, gilt als einer der größten und vermutlich auch ältesten Organismen der Welt. Allerdings handelt es sich dabei nicht um die europäische Zitterpappel, sondern um eine nahe verwandte nordamerikanische Art.
Nutzung und ökologische Bedeutung
Nicht selten entstehen natürliche Kreuzungen mit anderen Pappelarten. Aufgrund ihres schnellen Wachstums sind solche Hybriden für die Forstwirtschaft von Interesse. Darüber hinaus wird die Zitterpappel wegen ihrer leuchtend goldgelben Herbstfärbung gerne in Parks und öffentlichen Grünanlagen gepflanzt. Ökologisch ist sie ebenfalls bedeutsam: Die Blätter dienen den Raupen von über 60 Schmetterlingsarten als Nahrung. Ihr Holz wird vor allem in der Papier- und Spanplattenindustrie verwendet.
Vorkommen bei uns
In Baden-Württemberg ist die Zitterpappel aufgrund ihrer hohen Ausbreitungsfähigkeit und als häufig gepflanzte Pionierbaumart in nahezu allen Naturräumen vertreten – vom Flachland bis in Höhenlagen um 2000 Meter. Ihr Bestand gilt daher als nicht gefährdet. Auch in Bad Schönborn kommt sie vor, insbesondere entlang von Gräben und Bächen zwischen Wiesen und Feldern sowie an Waldrändern.
Die Vorstandschaft
Gemarkungsputzete: Viel Müll gesammelt
Die Vogel- und Naturfreunde haben bisher bei jeder Gemarkungsputzete mitgemacht, so auch in diesem Jahr. Bei recht durchwachsenem Wetter hat sich eine motivierte Gruppe von Aktiven an der ORNIKA-Halle eingefunden. Von dort aus sammelten wir am südlichen Ortsrand von Mingolsheim.
Obwohl wir in diesem Gebiet regelmäßig Unrat entfernen, war die Ausbeute wieder beträchtlich. Allein zwei Mörtelkübel voll Glasflaschen und mehrere Säcke Restmüll sind schon erwähnenswert. Die kritischsten Funde waren aber sicherlich eine Tüte mit Batterien und ein nicht ganz leerer Behälter mit Fahrzeugöl. Am Ende kam einiges zusammen – ein gut gefüllter Autoanhänger mit Abfall, der nun ordnungsgemäß entsorgt wird.
Vielen Dank an alle, die dabei waren!
Die Vorstandschaft
Termine
10.07.2026, 19:00 Uhr
Mitgliederversammlung
Vereinsheim, ORNIKA-Halle
01.08.2026, 19:00 Uhr
Grillabend der Aktiven
Vereinsgelände, ORNIKA-Halle
25.09.2026, 19:00 Uhr
Mitgliederversammlung
Vereinsheim, ORNIKA-Halle
Kontakt
Verein der Vogel- u. Naturfreunde
Bad Mingolsheim e.V.
1. Vorstand Bertold Stahl
Ewald-Renz-Str. 17
76669 Bad Schönborn