Blume des Jahres 2025: Das Sumpfblutauge
Die Loki‑Schmidt‑Stiftung hat das Sumpf‑Blutauge gewählt, um auf den dringenden Schutz von Mooren aufmerksam zu machen: Rund 95 % der Moorflächen in Deutschland gelten als zerstört. Mit der Pflanze als Symbol soll die Bedeutung dieser Lebensräume für Artenvielfalt und Klimaschutz hervorgehoben werden – Moore speichern große Mengen Kohlenstoff und ihre Vernässung schützt das Klima. Zudem ist das Sumpf‑Blutauge eine spezialisierte Moorpflanze, die selbst stark gefährdet ist.
In Europa ist die Art von Skandinavien über Mitteleuropa bis in das nördliche Mittelmeergebiet verbreitet und erreicht vom Baltikum über den Norden Sibiriens die Pazifikküste. Es besiedelt in gleicher geographischer Breite die polnahen Gebiete in Nordamerika.
Das Sumpfblutauge (Potentilla palustris) ist ein Verlandungspionier. Seine Wurzelsprossen, auch Rhizom genannt, findet man in Feuchtwiesen, Flachmooren und im Uferbereich von kalk- und nährstoffarmen Stillgewässern. Aus diesem Rhizom entspringen seitlich die handförmig geteilten und grob gesägten Blätter. Ihr Stiel ist dicht kurz behaart. Der mehrblütige Blütenstand entspringt rhizomnah in den Blattachseln und wird etwa 20 bis 30 cm hoch. Die dunkelroten Blüten besitzen etwa 2 cm lange dreieckige ebenfalls dunkelrote, spitz auslaufende Kelchblätter Sie überragen die gleichfarbigen Blütenkronblätter deutlich. Pollenträger sind in jeder Blüte zahlreich vorhanden. Der oberständige Fruchtknoten ist bei der Reife leicht fleischig aufgewölbt, kurz behaart und trägt wie bei der Erdbeere zahlreiche kleine Nüsschen außen auf der Fruchtschale. Die Samen werden durch den Wind oder mit der Wasserströmung leicht fortgetragen. Die Blüte beginnt im Juli und reicht bis zum Endes des Sommers.
Das Rhizom enthält Gerbstoffe und einen roten Farbstoff. Diese wurden früher zum Gerben und Färben verwendet. Als Heilpflanze wurde das Sumpfblutauge gegen Durchfall eingesetzt.
Feuchtwiesen, Flachmoore und kleine Gewässer sind in vielen Landesteilen selten geworden. Die Intensivierung der Landnutzung und Bodenverbesserungsmaßnahmen haben viele ehemalige Standorte erlöschen lassen. In Baden-Württemberg finden wir das Sumpfblutauge nur noch an wenigen Standorten bis ca. 1100m ü. NN im Südschwarzwald und an zahlreichen kleinen Stillgewässern in Oberschwaben. Im restlichen Baden-Württemberg sind nur noch wenige Wuchsorte bekannt. Die Art ist aufgrund ihrer Bestandssituation als geschützt eingestuft worden.
Die Vorstandschaft
Termine
17.10.2025, 19:00 Uhr
Herbstversammlung
Vereinsheim, ORNIKA-Halle
25.10.2025, 9:00 Uhr
Gemarkungsputzete
Treffpunkt: ORNIKA-Halle
Kontakt
Verein der Vogel- u. Naturfreunde
Bad Mingolsheim e.V.
1. Vorstand Bertold Stahl
Ewald-Renz-Str. 17
76669 Bad Schönborn