Vogelkundliche Wanderung an Christi Himmelfahrt 2013

Trotz des zunächst ungemütlichen Wetters haben sich am Donnerstag dem 09.05.2013 morgens um 7 Uhr etwa 20 Naturfreunde auf dem Marktplatz in Mingolsheim eingefunden, um unter fachkundiger Leitung von Herbert Geitner die heimische Vogelwelt zu erkunden.

 

Bereits am Treffpunkt konnten die ersten typischen Vogelarten der Siedlungsbereiche beobachtet werden, so beispielsweise Hausrotschwanz, Mauersegler und Haussperling aber erfreulicherweise auch Rauch- und Mehlschwalbe, welche in den vergangenen Jahren immer mehr im Bestand zurückgegangen sind.

 

Besonders erwähnenswert ist, dass die vier in Süddeutschland vorkommenden Grasmückenarten allesamt während der Wanderung festgestellt werden konnten. Schon innerhalb des Ortes und im weiteren Verlauf entlang des unteren Bergweges war die Mönchsgrasmücke als häufigste heimische Grasmückenart mehrfach zu sehen und zu hören, die Gartengrasmücke dagegen nur vereinzelt.

 

Nach dem Verlassen des Gewanns Vogelsang in Richtung Mingolsheim war die Dorngrasmücke bei ihrem beeindruckenden Balzgesang zu beobachten. Selbstverständlich war eine namensgebende Dornenhecke nicht weit, auf die der Vogel als Lebensraum unbedingt angewiesen ist. Anders als ihre nächsten Verwandten singt die Dorngrasmücke meist auf erhöhter Warte und zeigt oft einen kurzen Singflug, der uns auch dargeboten wurde.

 

Jetzt fehlte nur noch die vierte bei uns heimische Grasmückenart. Diese erwartete die Wandergruppe bei der Bank am "Malscher Weg". Die Zaun- oder auch Klappergrasmücke genannt, ist bei uns die seltenste und auch kleinste Art ihrer Gattung. Sie flog während unserer Beobachtung auf einen dürren Ast  und trug langanhaltend ihren feurigen Balzgesang vor. An der doch staunenden, größeren Zuhörergruppe störte sich der kleine Singvogel in keiner Weise. Alle Teilnehmer der vogelkundlichen Wanderung freuten sich, dass für alle heimischen Grasmückenarten auf unserer abwechslungsreichen Gemarkung offensichtlich noch erforderliche Lebensräume vorhanden sind.

 

Der seltene Gartenrotschwanz zeigte sich bei der diesjährigen Exkursion mit sechs Männchen, was auf ebenso viele Brutpaaren schließen lässt. Dies ist eine äußerst erfreuliche Entwicklung nachdem vor einigen Jahren diese gefährdete Vogelart wie vielerorts auch bei uns fast verschwunden war. Die prächtig gefärbten Männchen präsentierten sich während der Wanderung meist auf exponierten Gesangswarten und konnten mit ihrer rotbraunen Brustunterseite, schwarzer Kehle und der auffallenden weißen Stirn ideal beobachtet werden. Von den eher unscheinbar gefärbten Weibchen war kaum eines zu sehen, da sie derzeit auf den Eiern brüten. Die offene Landschaft der Streuobstwiesen, vor allem auch mit dem teils alten Baumbestand, ist für die guten Bestandszahlen dieser bedrohten Vogelart auf unserer Gemarkung maßgeblich.

 

Abgerundet wurde das Spektrum der gesehenen und gehörten Vogelarten durch so unverwechselbare Sänger wie Pirol, Wendehals und den recht unbekannten Feldschwirl. Insgesamt konnten während der Wanderung 34 Vogelarten festgestellt werden, was schon recht bemerkenswert ist.

 

Die Vogel- und Naturfreunde bedanken sich bei allen Teilnehmern der Wanderung für das entgegengebrachte Interesse und freuen sich bereits auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr.

 

 

Gartenrotschwanz, Männchen (Bild von Helmut Klaus, Waghäusel)

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