Was sind Wildbienen?

Paar der Rostroten Mauerbiene (Bild: André Karwath - CC BY SA 2.5)

 

Allzuoft wird angenommen, Wildbienen seien Honigbienen die der Obhut des Imkers entkommen sind. Aber die Realität ist völlig anders: Wildbienen sind die wilden systematischen Geschwister der uns bekannten Honigbiene und sie bevölkern mit mehr als 650 Arten ganz Europa. Sie faszinieren mit der Vielfalt ihrer Lebensweisen.

 

Ihre größten und bekannten Vertreter sind die pelzig behaaarten Hummeln und die kleinsten sind die nur wenige Millimeter großen Sand- und Maskenbienen. Wildbienen sind keine Generalisten bei der Nektarsuche wie die Honigbiene, die vorrangig Massentrachtflächen anfliegen, nicht selten nutzen sie nur wenige Trachtpflanzenarten von der heimischen Wildblumenflora.

 

Wildbienen erhalten durch ihre Befruchtungstätigkeit die Vielfalt der heimischen Blütenpflanzen. Während die Honigbiene den Blütenpollen in sogenannte Höschen sammelt, sind Wildbienenarten mehrheitlich "Bauchsammler", d.h. sie besitzen an der Bauchseite eine spezielle Behaarung in die der Pollen eingerieben und transportiert wird.

 

Während die Honigbiene zu den staatenbildenden Insekten gehören, versorgen bei den Wildbienen nur die Weibchen ihre Nachkommen alleinverantwortlich. Wildbienen haben im Verlaufe ihrer Evolution eine artspezifische Nutzung von Brutmöglichkeiten entwickelt. Manche Arten graben ihre Brutröhren in sandige und vegetationsarme Sandböden, Abbruchkanten oder Böschungen, andere nutzen hohle Pflanzenstängel als Brutplatz, wieder andere nutzen vorhandene Mauerritzen oder nagen ihre Brutröhren in abgestorbenes Holz. Bei einer Lebensdauer von 4-6 Wochen hat ein Einzeltier mehr als 100 Nachkommen.

 

In den letzten drei Jahrzehnten sind in Mitteleuropa die vielfältigen Kleinstrukturen in der Landschaft wie Hecken, Feldraine, Geländestufen und Ödlandflächen durch Intensivierung der Landnutzung verloren gegangen. Viele der heimischen Blütenpflanzen sind selten geworden und damit auch die dazugehörigen Wildbienenarten.


Heute sind mehr als 50 der heimischen Wildbienenarten in ihrem Bestand gefährdet und stehen auf der Roten Liste. Wildbienen sind sehr anpassungsfähig und ausbreitungsfreudig. Sie erobern rasch neue Lebensräume, wenn ihnen die erforderlichen Nistplätze und die jeweiligen Nahrungspflanzen an einem Ort angeboten werden. Wildbienen sind weitaus friedlicher als die bekannte Honigbiene. Obwohl sie stechen können, weichen sie dem Menschen eher aus, als sich mit dem Stachel zu verteidigen. Für den Hobbygärtner eröffnen sich hier vielfältige Möglichkeiten zur Ansiedelung von Wildbienen. Voraussetzung hierfür ist die Kenntnis über die Beschaffenheit der Nistplätze und des Artenspektrums der Nahrpflanzen der jeweiligen Wildbienenart. Hier mit der Rostroten Mauerbiene, dem Insekt des Jahres 2019, zu beginnen ist in der Regel bald von Erfolg gekrönt. Sie ist eine Wildbienenart, die im Siedlungsbereich häufiger anzutreffen ist und auch bereitwillig angebotene Nisthilfen, wie z. B. Abschnitte von Schilfmatten oder Bohrlöcher in Hartholzklötzen annimmt. Sie nutzt eine Vielzahl von Blütenpflanzen, wie z.B. den Löwenzahn und die meisten Obstbaumarten als Nahrungsgrundlage. Zugleich ist es auch eine attraktive Möglichkeit, Kinder und Jugendliche an den praktischen Naturschutz heranzuführen.

Geöffnetes Nest von Osmia rufa in einem hohlen Pflanzenstängel (tpjunier - CC BC 2.0)

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