Vogelkundliche Wanderung                                 an Christi Himmelfahrt

Drosselrohrsänger

Bei optimalem Wetter haben sich an Christi Himmelfahrt um 7 Uhr

morgens 22 Naturfreunde auf dem Marktplatz in Mingolsheim eingefunden, um unter fachkundiger Leitung von Herbert Geitner die Vogelwelt der Wagbachniederung kennen zu lernen.

Nach kurzer Autofahrt begann die Wanderung bei der Wallfahrtskirche in Waghäusel. Nördlich der ehemaligen Zuckerfabrik zwischen alter und neuer B 36 befindet sich ein wahres Eldorado für Wasservögel, welches in den nächsten gut drei Stunden erkundet wurde.

Die Zuckerfabrik war auch der Grund für das Entstehen der Schilf- und Seenlandschaft. Denn die großen Mengen an Abwasser, welche beim Waschen der Rüben und der Zuckerproduktion anfielen, mussten entsorgt werden. Zu diesem Zweck wurden mehrere großflächige Absetzbecken geschaffen, die heute einer Vielzahl zum Teil seltener Vogelarten einen Lebensraum bieten. Für Viele neu war sicherlich die Tatsache, dass der bekannte Mingolsheimer Franz Josef Mone beim Bau der 1837 eröffneten Zuckerfabrik als Präsident der „Badischen Gesellschaft für Zuckerfabrikation“ an verantwortlicher Stelle mitwirkte.

An der Wallfahrtskirche und beim benachbarten Bauernhof waren zunächst allbekannte Vogelarten wie Haussperling, Buchfink und Kohlmeise zu sehen. Aber bereits bei der ersten größeren Wasserfläche änderte sich das Artenspektrum: Höckerschwäne, Kolben-, Tafel-, Reiher- und Schnatterenten konnten allesamt mit Jungen beobachtet werden. Zum ersten Mal bewusst gesehen haben manche Teilnehmer die Nilgans, welche seit einigen Jahren bereits entlang des Oberrheins heimisch geworden ist und sich zusehends in unserer Region ausbreitet. Ebenfalls aus einem anderen Erdteil stammt die Kanadagans, die schon länger bei uns zu sehen ist. Diese beiden Neubürger waren häufiger neben der einheimischen Graugans zu sehen und konnten daher gut miteinander verglichen werden. Apropos vergleichen: Sumpf- und Teichrohrsänger haben uns den Gefallen getan, oft in unmittelbarer Nachbarschaft zu singen. Beide Arten kann man im Feld nur anhand ihrer Stimme unterscheiden, was allerdings schon einiger Übung bedarf.

Mit steigendem Lärmpegel kündigte sich die Kolonie der Lachmöwen an. Diese kleinen schwarzköpfigen Möwen kann man häufiger in der Region sehen, so auch in Bad Schönborn, denn sie sind bei der Nahrungssuche sehr mobil. Brutkolonien gibt allerdings nur wenige. Im Hintergrund tauchte dann auch schon die Kolonie der Kormorane auf. Sie befindet sich auf Bäumen, die von Wasser umgeben sind: Ein denkbar sicherer Ort um seine Jungen aufzuziehen.

Die weitflächigen Schilfbestände beherbergen eine Reihe von Vogelarten, die sich genau auf diesen Lebensraum spezialisiert haben. Dazu gehören Rohrweihe, Bartmeise, Rohrammer und der Purpurreiher, welche allesamt beobachtet werden konnten. Unter den Vogelbeobachtern ist das Naturschutzgebiet Wagbachniederung übrigens bekannt als beste Stelle in Deutschland, den sehr seltenen Purpurreiher zu sehen.

Wenngleich sich natürlich nicht alle dort vorkommenden Vogelarten gezeigt haben, so konnten wir gegen Ende der Wanderung mit dem Blaukehlchen auch noch den Charaktervogel der Wagbachniederung sehen und schließlich 49 Vogelarten registrieren.

Die Vogel- und Naturfreunde bedanken sich bei allen Teilnehmern der Wanderung für das entgegengebrachte Interesse und freuen sich bereits auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr.

 

Termine

23. August 2014, 20:00 Uhr

vorverlegt!

Monatsversammlung

Vereinsheim, ORNIKA-Halle

1. und 2. November 2014

jeweils von 9:00-18:00 Uhr

Vogelschau ORNIKA

ORNIKA-Halle

Kontakt

Verein der Vogel- u. Naturfreunde

Bad Mingolsheim e.V.

1. Vorsitzender Bertold Stahl

Ewald-Renz-Str. 17

76669 Bad Schönborn

 

Schreiben Sie uns an ornika@gmx.de

oder nutzen Sie das Kontaktformular.

Besucherzähler